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Synästhet? – Kenne ich nicht!

Synästheten kannte ich nicht; keine Ahnung was das ist bzw. wer so etwas ist. Doch vor einiger Zeit stieß ich auf das Buch „Das sensorische Weinbild“ von Martin Darting. Jetzt wusste ich mehr und war begeistert. Darüber hinaus habe ich 2015 auf der Pro Wein (jährliche Fachmesse in Düsseldorf) vom Autor selbst einen Vortrag zu seinem Buch erlebt; leider viel zu kurz. Hier geht es darum ein Bild zu malen, das den Geschmack und Duft eines Weines wiedergibt. Martin Darting ist so ein Synästhet. Vereinfacht gesagt: Gefällt mir das Bild, schmeckt mir vermutlich auch der Wein. Das Wein-Leben kann so einfach sein.  Schön wäre es. Das Thema ist aber faszinierend komplex.

Dementsprechend kann das Thema hier nur angerissen werden. Dabei beziehe ich mich im wesentlichen auf das oben erwähnte Buch. Also ein Weinbild soll nicht nur schön, sondern auch aussagekräftig und damit hilfreich sein. Das setzt erst einmal einen sensorisch geschulten Weinexperten voraus. Der Künstler muss außerdem über kreative/intuitive Qualitäten und Erfahrungen verfügen. Auf jeden Fall muss er ein Synästhet sein. Was ist nun ein Synästhet? Darting beschreibt es folgendermaßen: „Synästheten erleben durch einen Reiz, z.B. ,“süßes Schmecken“, nicht nur das Schmecken, sondern z.B. auch Bilder oder hören dabei Töne. Normalerweise verlieren sich die Dopplungen mit dem Älterwerden. Viele „normale“ Menschen können jedoch oft erstaunlich gut diese „Mehrfachreizungen“ nachempfinden.“

Die Fähigkeit Geruch und Geschmack in Farben und Formen zu übersetzen, bedeutet eine wesentliche Voraussetzung um Weinbilder entstehen zu lassen. Das Weinbild gibt den Wein nachvollziehbarer wieder, als die in Worte gefasste Beschreibung. Laut Darting liegt die Wiedererkennungsquote bei 80% – selbst bei sensorisch ungeübten Weintrinkern. Mit anderen Worten: 80% können dem Weinbild den passenden Wein zuordnen. Die bildliche Form bietet die Möglichkeit die Vorliebe für einen bestimmten Wein zu erkennen, verdeutlicht aber auch die Art und den Charakter des Weines. Bei der verbalen Quote liegt der Wert bei 25%. Das Duft-Bild ist nicht so subjektiv geprägt wie die Worte.

Wein ist doch mehr als nur das Getränk im Glas.

P.S.: Ich würde mir das eine oder andere Bild sicher auch an die Wand hängen – einfach schön!

 

Fortsetzung folgt……. Synästhie – alles klar?!

 

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