• Blog über Wein und Genuss

Ich liebe Weindeppen

Hier einige erlebte Situationen, die der Weindepp kreiert hat (dabei handelt es sich um verschiedene Personen):

– Am Ende des Abends, nachdem bisher nur Bier getrunken wurde, werden ein Chardonnay und ein Riesling probiert. Der etwas überraschende Kommentar: Der zweite Wein (Riesling) sprudelt im Vergleich zum ersten (Chardonnay). Wie sich heraus stellte, empfand der Biertrinker die Säure als zu heftig.

– Ein Ausspruch von einem Bekannten: Ich trinke lieber Kabinett-Weine, Spätlese ist mir immer zu süß ……. ( Spätlese gibt es grundsätzlich von trocken bis lieblich)

– Im Restaurant: Das Gespräch am Nachbartisch. Ich konnte nicht weghören. Der Gast fragt die Kellnerin: Ist der Sauvignon Blanc ein Weißwein? Mein erster Gedanke war, so ein Depp. Aber eigentlich fand ich es wiederum doch schön, diese Unbekümmertheit. Im übrigen schmeckte ihm der Wein gar herrlich – es blieb nicht bei einem Glas. Was will man mehr.

– Eine Weinprobe in sehr netter Runde. Nachdem einiges zum Wein allgemein besprochen wurde, kommt der erste Wein ins Glas. Kommentar eines Teilnehmers, versehen mit etwas Ironie und Überheblichkeit: Jetzt trinken wir einen Weißwein! – Schade, alle lachen nach der Auflösung, denn es war ein Blanc de noir ( Rotwein, der weiß gekeltert wurde).

– Mein Vater, mit dem ich total gerne Wein trinke, war der Meinung, dass Silvaner-Weine immer süß sind (Silvaner gibt es in allen Varianten, aber eher trocken als süß)

Wenn man mal bewußt darauf achtet, was um einen herum zum Thema Wein gesagt bzw. gefragt wird, kann man sicher endlos Situationen hinzufügen. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie gehe ich mit unwissenden Leuten um? – Bzw. wie geht man mit mir um, denn ich bin sicher auch manchmal der Weindepp.

Bei allem was ich in den letzten Jahren gelernt und erlebt habe, staune ich doch immer wieder über die Kompetenz derer, die sich beruflich mit dem Thema beschäftigen. Wobei auch diese Experten oft ihren Schwerpunkt haben. Wein ist eben unheimlich vielfältig.

Der Status „Depp“ wird sicher auch bestimmt von den Experten, von denen man im jeweiligen Augenblick umgeben ist. Von anderen lernen kann Spaß machen. Man darf sich nur nicht verunsichern lassen (leichter gesagt als getan!).

 

Das Thema Wein gestaltet sich, wie gesagt, unendlich vielfätig und  oft auch kompliziert. Dazu passt der Kommentar von Arndt Hunneke vom Weingut Sander (Rheinhessen): Wenn der Wein  das Weingut verlässt, wird er kompliziert bzw. kompliziert gemacht.

Ich für mich finde es auf jeden Fall herrlich, mit einem Weindeppen unbeschwert Wein zu trinken. Prost!

 

(Das Beitragsbild ist eine abfotografierte Postkarte Inkognito/Berlin)

 

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