• Blog über Wein und Genuss

Hausmesse XXS

Geplant war, in lockerer Atmosphäre am Sonntagmorgen für zwei Stunden verschiedene Weine zu probieren. Hat in etwa funktioniert – in etwa. Die Teilnehmer kamen alle pünktlich, was ich nicht erwartet hatte, und was auch nicht zwingend notwendig gewesen wäre. Von Anfang an, auch ohne Wein,  herrschte eine nette Stimmung. Man kannte sich nur zum Teil!

Also alle waren da, und nun der Meinung die Weine gemeinsam probieren zu wollen. DSCF2468Aus meinem Vorhaben eine individuelle Probe mit Selbstbedienung, verbunden mit Quatschen – über Wein oder auch nicht – wandelte sich unvorhergesehen in eine geführte Probe. Ich bekam die volle Aufmerksamkeit von interessierten Zuhörern, und durfte spontan die Weine nacheinander vorstellen. Um die Runde nicht mit Informationen zu langweilen, die längst bekannt waren, stellte ich die Frage zum vorhandenen Wein-Wissen. Ein Teilnehmer brachte es auf den Punkt: Bei allem Wein-Wissen sah er sich als Genießer! Die Zustimmung der anderen zeigte mir, dass ich es weniger mit Experten als mit Genießern zu tun hatte.

Das machte für mich den Reiz dieser Runde aus. Entsprechend fielen nämlich die Kommentare zu den einzelnen Weinen aus. So lockte der Côtes de Gascogne sowohl die Reaktion „boh zu sauer“ als auch „boh genau richtig, bestelle ich“ hervor. Der Syrah Rosado (4,40 €!) wurde allgemein „besser“ empfunden als der Rosé von Bassac (7,60 €). Der 2014 Monastrell wurde für gut befunden. Eine Teilnehmerin bevorzugte aber ihren 2013er. Da mein Keller noch einen 2011er hergab, konnten wir zwei Jahrgänge gegeneinander trinken. Und siehe da, der ältere Wein schmeckte tatsächlich besser, und das bei einem Preis von 4,70 €. Preiswertere Weine zeichnen sich nicht unbedingt durch Lagerfähigkeit aus! Bei dem Malbec (8,90 €) und der Cuvée Je t`aime (9,80 €) leerten sich die Gläser recht schnell –  Nachschenken nicht ausgeschlossen. Diese beiden Weine zeigen deutlich, dass eine gewisse Qualität ihren Preis hat.

Zwischendurch war noch ein wenig Sensorik gefragt. Es galt verschiedene Aromen im Wein zuerkennen. Dazu habe ich 16 einzelne Weinaromen einem rotem bzw. weißem Grundwein zugesetzt, mit einer Bandbreite von leicht bis schwer erkennbar. Die schon oft gehöhrte Reaktion: Mensch kenne ich, aber ich komme nicht drauf….. (Geht mir auch so). Und dann gab es noch Bilder zum Thema Wein und eine Collage.

Spannend empfinde ich immer wieder die unterschiedlichen Vorlieben. Eine Teilnehmerin, auch wenn sie alles probiert hat, favorisierte für sich absolut Weißwein. Über ihr Kommen habe ich mich im übrigen besonders gefreut, da sie am Nachmittag noch ein Konzert – und das mit Erfolg – gespielt hat! Die nächste Teilnehmerin erfreute der erste Rosé: „Endlich etwas Farbe im Wein.“ Weißwein ist nicht ihr Ding, bei Rosé und vor allem beim Roten wurde es für sie interessant. Ein Päarchen verteilt die Vorlieben gerecht ins weiße bzw. rote Lager. Ein anderes Päarchen einigt sich zwar auf Rot, wobei sie die leichteren, fruchtigen und er die schweren, kräftigen bevorzugt. Dies könnte man immer noch weitführen. Und dann war da noch das Päarchen, dass trotz einer Hochzeitsfeier bis in die frühen Morgenstunden, mit ganz wenig Schlaf, alle Weine geschafft hat – Hut ab!

Fazit: Schön zu sehen, wie unterschiedlich Wein wahrgenommen bzw. bewertet wird – auch ohne Experte zu sein. Außerdem ist es immer wieder schön mit Leuten Wein zu trinken, die einfach nur Wein trinken wollen ohne Halligalli ( manchmal macht aber auch Halligalli Spaß…… )

P.S.: Dann kam noch die Teilnehmer-Frage, ob ich Ähnliches auch bei ihnen zu Hause anbieten würde. Klare Antwort: Kein Problem!

 

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